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AKTUELLE INFORMATIONEN RUND UM DAS MVZ

 

DEUTSCHER ÄRZTETAG ZUR SCHMERZMEDIZIN

 

2014:

Der 117. Deutsche Ärztetag 2014 hat sich unter TOP 4 ausführlich mit der Schmerzmedizin befasst.

Die hierzu verabschiedeten Entschließungen wurden in Heft 23/24 des Deutschen Ärzteblattes veröffentlicht:

 

 

SCHMERZMEDIZINISCHE VERSORGUNG STÄRKEN

Ca. 7 Prozent der Erwachsenen geben starke und im Alltag beeinträchtigende chronische Schmerzen an, oft in mehreren Körperregionen. Chronische Schmerzen führen nicht nur zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität, sie sind aufgrund gehäufter Arbeitsunfähigkeitszeiten und Frühberentungen auch volkswirtschaftlich relevant.

 

Forderungen:

 

Niedrigschwelliger Zugang für alle betroffenen Personen zu den erforderlichen schmerzmedizinischen Versorgungsebenen (Versorgungsebenen sind: an erster Stelle der Hausarzt, dann Fachärzte, dann Spezielle Schmerztherapeuten und spezielle schmerztherapeutische Einrichtungen mit interdisziplinärem und multiprofessionellem Behandlungsteam)

 

Verbesserung der Akutschmerztherapie in Krankenhäusern (unzureichend behandelte Schmerzen gehen mit einem erhöhten Risiko für eine Schmerzchronifizierung, einer erhöhten Morbidität und mit erhöhten Krankheitskosten einher; dies ist vergleichbar mit den Folgen unzureichender Hygiene)

 

Stärkung schmerzmedizinischer Kompetenz in der ärztlichen Aus-, Weiter- und Fortbildung

 

Finanzielle Förderung der Versorgungsforschung mit nationalen Forschungsprojekten "Schmerzmedizin"

 

 

SCHAFFUNG INTERDISZIPLINÄRER AMBULANT-STATIONÄRER VERSORGUNGSSTRUKTUREN FÜR DIE SCHMERZMEDIZIN

 

Begründung:

 

Die Schmerztherapie hat in den letzten Jahren deutliche Fortschritte erreichen können, dennoch finden derzeit beispielsweise neunmal mehr stationäre Aufnahmen für interventionelle Behandlungen bei Rückenschmerzen statt als zur multimodalen Schmerztherapie.

Auch fallen Schmerzpatienten nach teil- oder vollstationärer intensiver Behandlung in ein Versorgungsloch:

Wartezeit für ambulante Psychotherapie bis sechs Monate, budgetierte Heilmittel, ausgelastete oder nicht-vorhandene ambulante Schmerztherapeuten. Zudem fehlt durch die ungenügende Ausstattung ambulanter Strukturen ein wesentlicher Anteil einer abgestuften Versorgung, nämlich die frühzeitig im Krankheitsverlauf einsetzende multidisziplinäre Betreuung noch gering chronifizierter Patienten (vgl. nationale Versorgungsleitlinie "Kreuzschmerz") und die niedrigintensive multidisziplinäre Behandlung milderer Verläufe chronischer Schmerzen.

 

 

SCHMERZTHERAPIE - ADÄQUATE VERGÜTUNG ÄRZTLICHER LEISTUNGEN

 

Feststellungen:

 

Chronische Schmerzen sind ein multidimensionales Phänomen mit einer langen Krankengeschichte, einer oft sehr ausgedehnten Vordiagnostik und in der Folge mit häufig (nachvollziehbar) fixierten Meinungen der Patienten.

 

Hier ist - abgesehen von psychotherapeutischen Maßnahmen - in der Regel auch eine "Erdung" der Patienten und Aufarbeitung der Vorgeschichte durch einen schmerztherapeutische erfahrenen "Organmediziner" erforderlich. Für diesen ist allein schon die Aufarbeitung von Anamnese und Vordiagnostik zusammen mit dem Patienten sehr zeitaufwendig. Noch mühsamer ist dann aber in der Regel die weitere Führung der Patienten inklusive der Lösung der Fixierung auf bisher eingebrachte Diagnosen und das Erreichen einer konsequenten Therapieakzeptanz.

 

Dies kann nicht allein von Schmerztherapeuten im Rahmen der Schmerztherapievereinbarung geleistet werden. Gerade "Organmediziner" nehmen in der Regel nicht an den Schmerztherapievereinbarungen der kassenärztlichen Vereinigung teil, hieran nimmt nur ca. ein Drittel der Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatz-Weiterbildung "spezielle Schmerztherapie" teil. Für diese sehr zeitintensive Arbeit sieht aber weder der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) noch die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) eine adäquate Vergütung vor.

SCHMERZTHERAPIE - VERBESSERUNG DER VERORDNUNGSFÄHIGKEIT VON PHYSIOTHERAPIE

Feststellung:

 

Eine der wesentlichen Ursachen für die Entstehung und Aufrechterhaltung chronischer Schmerzen ist Mangel an (auch körperlicher) Stabilität bei den betroffenen Patienten. Entsprechend leidet ein großer Teil von ihnen an Schmerzen des Bewegungsapparates.

Die Durchführung von regelmäßiger, auf Aktivierung des Patienten ausgerichteter Physiotherapie und gegebenfalls Ergotherapie ist daher zentraler Bestandteil multimodaler Behandlungskonzepte bei chronischen Schmerzen. Regelmäßig körperliche Aktivitäten hat nachgewiesen positive Effekte auf die Krankheitsverläufe bei nahezu allen Schmerzerkrankungen sowie auch auf häufig bestehende Komorbiditäten wie zum Beispiel depressive Erkrankungen.

Die Verordnung besonders von Physiotherapie und auch von weitergehenden, die Patienten aktivierenden Maßnahmen stößt besonders im hausärztlichen, aber auch im fachärztlichen Bereich immer wieder auf das Problem einer die Verordnung stark eingeschränkenden Budgetierung seitens der gesetzlichen Krankenversicherung mit teilweise existenzbedrohenden Regressforderungen.

Gleichzeitig aber wird von den Vertretern der GKV immer wieder öffentliche beklagt, dass bei Patienten mit chronischen Schmerzen zu häufig und zu früh interventionelle und operative Therapieverfahren zur Anwendung kommen.


Forderung:

 

Die gesetzlichen Krankenversicherung werden daher aufgefordert, den ausreichenden Zugang von Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen zu aktivierender Physiotherapie, medizinischer Trainingstherapie und anderen aktivierenden Therapieangeboten durch Aufhebung der Budgetierung bzw. Verbesserung der Verordnungsfähigkeit in diesem Bereich zu gewährleisten.